St.-Severin-Leier für das Römisch-Germanische Zentralmuseum in Mainz

Frühmittelalterlicher Leiernachbau auf der Basis des Fundes von St. Severin in Köln.
Die Leier aus Köln ist die kleinste unter den in Deutschland gefundenen Leiern. Meine Rekonstruktion basiert weitestgehend auf diesem Instrument, stellt jedoch keine Replik dar. Vorbild war ein sich in Köln befindender Nachbau aus der Vorkriegszeit. Das Original ist seit dem Kriege verschollen.
Koptische Laute für die Ausstellung „Byzanz & der Westen“ des Römisch-Germanischen Zentralmuseums auf der Schallaburg/Österreich 2018

Ein Grab in Antinoe des 5./6. Jahrhunderts beinhaltet eine Laute, die in die Gruppe der sogenannten „Koptischen Lauten“ eingestuft werden kann und sich heute in Grenoble befindet. Das „Centre de Recherche et de restauration des musées de France“ untersuchte das Instrument und publizierte eine Monografie:
Florence Calament, Ricardo Eichmann, Christophe Vendries:Le luth dans l’Égypte byzantine. La tome de la „Prophétesse d’Antionoé“ au Musée de Grenoble, Orient-Archäologie Band 26, Deutsches Archäologisches Institut Orient-Abteilung, Rahden/Westf. 2012.
Große sorbische Geige

Die Vorlage bildet das Instrument SM-V-3 in der Sammlung des Sorbischen Museums in Bautzen. Es wurde von mir im Frühjahr 2014 vermessen. Als Materialien verwendete ich Ahorn und Fichte. Ich habe es mit Feinstimmern und modernen Violinsaiten ausgestattet.
Die originale Diskantstimmung ist d-a-e.
Schlüsselfiedel

Frühe Schlüsselfiedel in optischer Anlehnung an das Instrument aus Vefsen in Norwegen, vermutlich spätes 17. Jahrhundert. Hier nur mit einer Melodiesaite und zwei Bordunsaiten.
Moraharpa

Nachbau der Moraharpa aus der Zornsammlung in Mora/Schweden, 16. oder 17. Jahrhundert. Einige zusätzliche Tangenten wurden eingebaut und moderne Feinstimmer am Saitenhalter installiert.
Hethitische Leier für Universität Würzburg


Eine Leier nach der Abbildung auf dem silbernen Henkelbecher in Form einer Faust (14. Jh. v. Chr./Museum of Fine Arts, Boston), April bis Juni 2025
Es war der Plan, nach der oben genannten Abbildung eine Leier zu rekonstruieren, die in der Größe dem abgebildeten Instrument entsprach, Materialien aus Zeit und Region berücksichtigte und Herstellungstechniken rezenter Volksmusikkulturen beinhaltete. Da eine ernsthafte Rekonstruktion nach einer Darstellung unmöglich ist, wurde weitere historische Bildquellen und erhaltene Instrumente der Bronzezeit herangezogen. Das nunmehr entstandene Instrument ist ein Angebot zur Diskussion und eröffnet durch das Spiel auf demselben „Einblicke“ in die Klänge des 2. vorchristlichen Jahrtausends.

Bei der Betrachtung der Abbildung stachen zunächst die stark eingebogenen Zargen der beiden Instrumente hervor. Diese Formen erscheinen bei verschiedenen historischen und rezenten Musikinstrumententypen und weisen auf eine Bespannung mit Haut hin. Als Beispiele mögen quadratische Trommeln dienen, die bis heute z.B. in Spanien hergestellt werden.
Das feucht aufgezogene Fell spannt sich mit der Trocknung und hinterlässt häufig, bei entsprechend geringer Zargenstärke, diese typische Form. Es wurde somit entschieden, auch die Zargen der Leier mit Fell zu beziehen, um jene abgebildete Form zu erzielen.
Ein weiteres gut erkennbares Element der abgebildeten Instrumente ist die unterschiedliche Länge der Jocharme, ein Element, das bereits bei den mesopotamischen Leiern von Ur anzutreffen ist. Da diese einen viereckigen Querschnitt aufweisen, wurde auch bei der zu rekonstruierenden Leier eine solche Form gewählt.
Der abgebildete Steg auf dem Fell des linken Instrumentes ist eindeutig als breit zu erkennen. Breite Stege wie diese finden sich immer wieder in Darstellungen von Leiern quer durch die Geschichte bis zur heutigen äthiopischen Begena (Begenna). Hierbei handelt es sich um Stege, die durch das flächige Aufliegen der Saiten einen gewollten Schnarreffekt erzeugen. Auch dieses Element sollte so erstellt werden.
Es sollten typische Materialien benutzt werden, die zeitlich und regional nutzbar gewesen wären. Zu diesem Zweck wurde eine Holzplatte aus Libanonzeder verwendet, um Zargen, Jocharme, Steg und Wirbelstäbchen herzustellen.
Römische Kithara für die Gruppe Musica Romana


Anhand verschiedener Abbildungen der Jahrhunderte um Christi Geburt entstand dieser „Prototyp“ einer mit Haut bezogenen Kithara mit flachem Steg und durch das Joch gestoßene Stimmwirbel.
Klassische griechische Kithara
nach Vasenmalereien des 6. und 5. vorchristlichen Jahrhunderts für die Universität Würzburg und das Alte Museum Berlin


Durch das Fehlen jedweder umfassenderen archäologischen Funde dieses Instrumententyps handelt es sich bei dieser Rekonstruktion um eine individuelle Interpretation der dargestellten Instrumente. Vergleiche zum heutigen Instrumentenbau in Afrika, serielle Analyse verschiedenster Abbildungen und Skulpturen der Antike, die Analyse von Funktionen bestimmter Instrumententeile und nicht zuletzt eine lange Erfahrung in der Herstellung von antiken Instrumenten und Volksmusikinstrumenten bestimmen meine Interpretation. In der Wahl der Materialien und der Verbindungen unterscheidet sich das Instrument von den bisher ausgeführten Nachbauten erheblich. Die Jocharme sind aus Rinderhörnern hergestellt, die Korpusbespannung aus Schafshaut, der Steg aus Knochen.
Kopien von Schildkrötenpanzern
für griechische Leiern das EMAP-Projekt

Für die Nachbauten zweier griechischer Leiern entstanden aus Epoxidharz und Farbe zwei „Naturformen“ zur weiteren Vollendung der Instrumente.